– Artikel in der Lauenburgischen Landeszeitung vom 05.06.2020 von Elke Richel –

 

Askanierhaus: Corona-Check des Personals

Pilotprojekt des Landes testet im Lauenburger Pflegeheim neues Konzept

 

Auch wenn Corona-Infektionen weniger werden: Pflegekräfte leben weiter mit der Angst, sich zu infizieren. Betreiber von Pflegeheimen fordern schon länger regelmäßige Corona-Tests für ihr Personal. Doch obwohl Pflegeheime Hotspots in der Corona-Krise sind, wird bislang nur in Baden-Württemberg flächendeckend getestet. Die Kosten trägt zunächst das Land, es dränt aber auf Erstattung durch den Bund.
Möglicherweise ist die ungeklärte Finanzierung auch der Grund, warum das sogenannte Corona-Screening der Mitarbeiter und Pflegekräfte nicht mittlerweile Standard ist. Immerhin: Schleswig-Holstein hat jetzt ein Pilotprojekt in zwei Einrichtungen gestartet. Neben einem Pflegeheim in Ditmarschen ist auch das Askanierhaus in Lauenburg dabei. Über drei Wochen werden regelmäßig bei allen Mitarbeitern Abstriche genommen. Danach soll entschieden werden, ob und unter welchen Umständen flächendeckendes Testen sinnvoll ist – auch angesichts der Gefahr, mit negativen Testergebnissen ein „falsches“ Sicherheitsgefühl zu fördern.
Dass ausgerechnet Lauenburg als Ort für das Pilotprojekt ausgewählt wurde, hat einen traurigen Grund: Hier war die Zahl infizierter Bewohner und Mitarbeitern in Pflegeheimen besonders hoch – allerdings nicht im Askanierhaus, wo jetzt getestet wird.

 

Im Walter-Gerling-Haus sind sechs Menschen verstorben

 

Wie berichtet hatte das Virus das Walter-Gerling-Haus bereits Mitte April erreicht. Zu diesem Zeitpunkt lebten 35 überwiegend betagte Bewohner in dem Heim. Zunächst wurden zwei Mitarbeiter und zwei Bewohner positiv auf die Infektion mit dem Coronavirus getestet. Dann spitzte sich die Lage dramatisch zu. Im Laufe von drei Wochen wuchs die Zahl der infolge der Infektion verstorbenen Bewohner auf sechs.

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Allerdings gibt es mittlerweile gute Nachrichten aus dem Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt: Galten zuletzt noch zwei Bewohner als positiv, haben erneute Tests ergeben, dass es mittlerweile keine nachgewiesenen Infektionen in dem Heim mehr gibt.
Im Askanierhaus hatte es zwar mehrere Verdachtsfälle gegeben, die sich aber mehrheitlich nicht bestätigten. Lediglich eine Mitarbeiterin wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Sie hatte eine gute Woche völlig ohne Symptome in dem Heim gearbeitet, ehe ihre Infektion festgestellt wurde. Das Gesundheitsamt des Kreises hatte daraufhin einen Massentest angeordnet. Dann gab es Entwarnung: Alle 161 Abstriche erwiesen sich als negativ.
Die Ergebnisse des Screenings im Rahmen des landesweiten Pilotprojektes liegen noch nicht vor. Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg hatte kürzlich gegenüber dem NDR gesagt: „Auf Basis der aus dem Pilotprojekt gewonnenen Erkenntnisse wird das Testkonzept für Schleswig-Holstein diesbezüglich weiterentwickelt.“
Forderungen, alle Schüler und Lehrkräfte sowie Bewohner und Personal von Pflegeeinrichtungen zu testen, sind nach Ansicht Gargs kaum sinnvoll: „Ein einzelner Test ist immer nur eine Momentaufnahme.“ Bei negativen Testergebnissen könne sich im Falle einer Infektion während der Inkubationszeit von 14 Tagen das Ergebnis noch auf „positiv“ ändern. Insofern sei eine flächendeckende Momentaufnahme nur von geringer Aussagekraft.
Im Kreis Herzogtum Lauenburg beträgt die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen bisher 265, davon gelten 245 Menschen als genesen. Insgesamt sind bisher 17 Menschen mit einer nachgewiesenen Infektion gestorben.

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